Wie sicher ist DayBlock? Mein Bedrohungsmodell, offen erklärt
Wer könnte an deine Planung wollen, was schützt dich, und wo hört der Schutz auf? Das Bedrohungsmodell von DayBlock – mit ehrlichen Grenzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Alle Inhalte werden auf deinem Gerät verschlüsselt; das Passwort verlässt es nie, auch nicht bei der Anmeldung.
- Der Server sieht E-Mail, Abo-Stand und wie viele Datensätze du wann änderst – nicht, was drinsteht.
- Die ehrliche Grenze: Der Server liefert den Code. Nachprüfbare Fassungen, Zwei-Faktor und eine externe Prüfung sind geplant.
Ein Tagesplaner weiß viel über dich: wann du zum Arzt gehst, mit wem du dich triffst, wie es dir an einem Dienstagabend ging. Darum verschlüsselt DayBlock alle Inhalte auf deinem Gerät, bevor sie es verlassen. Aber was heißt das genau – und wo hört der Schutz auf? Hier schreibe ich offen auf, vor wem DayBlock dich schützt, vor wem nicht, und was noch fehlt. Stand: Oktober 2026, DayBlock ist noch in der Testphase.
Warum ich das öffentlich mache
Ein Bedrohungsmodell ist eine ehrliche Liste: Was ist wertvoll, wer könnte es haben wollen, was hält ihn ab – und was bleibt trotzdem übrig. Viele Anbieter von verschlüsselten Diensten veröffentlichen so etwas. Das hat einen einfachen Grund: Gute Sicherheit hängt nicht davon ab, dass niemand weiß, wie sie gebaut ist. Geheim bleiben nur die Schlüssel. Wenn du nachlesen kannst, wie DayBlock gebaut ist, kannst du mir glauben – oder mir widersprechen. Beides hilft.
Ein paar Dinge stehen hier bewusst nicht: Adressen von Servern, Einstellungen des Betriebs und Schwachstellen, die noch nicht behoben sind. Die kommen erst nach der Behebung dazu.
Was geschützt wird
- Deine Inhalte: Einträge, Termine, Routinen, Gewohnheiten, Notizen, Tagebuch, Stimmung, Personen und Einstellungen. Alles davon wird in deinem Browser verschlüsselt. Beim Server kommt nur Zeichensalat an.
- Dein Passwort: Es verlässt dein Gerät nie – auch nicht bei der Anmeldung. DayBlock nutzt dafür ein Verfahren namens OPAQUE: Dein Browser und der Server prüfen gemeinsam, dass du das richtige Passwort kennst, ohne dass der Server es je zu sehen bekommt.
- Deine Schlüssel: Der Hauptschlüssel, mit dem alles verschlüsselt ist, entsteht bei der Registrierung in deinem Browser. Beim Server liegt er nur eingewickelt – einmal mit deinem Passwort, einmal mit deinem Wiederherstellungsschlüssel aus 24 Wörtern.
Was der Server trotzdem sieht
Ganz ohne Angaben geht es nicht. Diese Dinge liegen beim Server lesbar, und ich finde, du solltest sie kennen:
- Deine E-Mail-Adresse – für die Anmeldung und wichtige Mails.
- Dein Abo-Stand – ob du testest, zahlst oder gekündigt hast.
- Wie viele Datensätze du hast und wann du sie geändert hast. Was drinsteht, ob es ein Termin oder eine Notiz ist und für welchen Tag, sieht der Server nicht. Die Größe ist auf feste Stufen aufgerundet, damit sich aus der Länge wenig ablesen lässt.
- Technische Protokolle ohne Inhalte, mit gekürzten IP-Adressen, höchstens 14 Tage lang.
- Was du bewusst öffentlich machst, zum Beispiel eine öffentliche Gruppe, und Summen wie „213 machen mit“ – ohne Konto dahinter.
Was das im Alltag bedeutet, zeige ich auch auf der Seite Was René sieht. Die rechtliche Seite steht in der Datenschutzerklärung.
Wer angreifen könnte – und was dann passiert
| Wer oder was | Was schützt | Was bleibt |
|---|---|---|
| Jemand stiehlt die Datenbank oder ein Backup | Dort liegt nur verschlüsselter Inhalt. Passwörter lassen sich damit nicht einmal durchprobieren, weil dafür ein weiteres Geheimnis nötig ist, das nicht in der Datenbank liegt. | E-Mail-Adressen und Abo-Stand wären sichtbar. |
| Der Hoster oder ich selbst wollen neugierig sein | Gleiches Bild: nur verschlüsselter Inhalt, das Passwort kommt nie an. | Siehe ganz unten: Wer den Server kontrolliert, könnte den ausgelieferten Code verändern. |
| Jemand liest im WLAN mit | Jede Verbindung ist mit TLS verschlüsselt, der Browser erzwingt HTTPS. | Dass du DayBlock nutzt, ist im Netz sichtbar – nicht, was du planst. |
| Fremde Skripte, Werbung, eine Lücke auf der Website | Die App lädt nichts von fremden Servern und erlaubt nur eigenen Code. App und Website laufen unter getrennten Adressen; die Website kennt keine Schlüssel. | Eine Lücke in der App selbst wäre ernst. Dafür ist die externe Prüfung gedacht. |
| Jemand rät dein Passwort | Anmeldeversuche sind begrenzt, das Passwort wird mit Argon2id gehärtet. | Ein kurzes oder mehrfach benutztes Passwort bleibt das größte Risiko. Zwei-Faktor gibt es noch nicht. |
| Jemand hat dein entsperrtes Handy | „Angemeldet bleiben“ ist standardmäßig aus. Abmelden löscht den Schlüssel vom Gerät. | Wer dein offenes Gerät in der Hand hat, sieht, was du siehst. Davor schützt keine Verschlüsselung. |
| Jemand bekommt deinen Einladungslink | Der Schlüssel einer privaten Gruppe steht nur im Link und geht nie an den Server. | Wer den Link hat, kann lesen und mitmachen – wie bei jedem Einladungslink. |
| Du vergisst Passwort und Wiederherstellungsschlüssel | Mit den 24 Wörtern setzt du ein neues Passwort, ohne Daten zu verlieren. | Fehlt beides, kann niemand deine Daten zurückholen – auch ich nicht. Das ist der Preis der Verschlüsselung. |
| Der ausgelieferte Code wird verändert | Strenge Regeln für erlaubten Code, alles selbst ausgeliefert. Geplant: nachprüfbare Fassungen (siehe unten). | Die ehrliche Grenze jeder verschlüsselten Web-App – mehr dazu im nächsten Abschnitt. |
Die ehrliche Grenze: Code aus dem Browser
Bei jeder Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es einen Haken: Der Server liefert den Code, der deine Schlüssel in der Hand hält. Ein Server, der übernommen wurde oder böse Absichten hat, könnte veränderten Code ausliefern, der mitliest. Das ist im Browser heute nicht vollständig lösbar – auch große Anbieter verschlüsselter Dienste lösen es im Web nicht, sie benennen es und bieten zusätzlich Apps mit eingebautem Code an.
Darum werbe ich mit „Deine Daten werden auf deinem Gerät verschlüsselt“ – und nicht mit „Ich kann technisch niemals mitlesen“. Mein Ziel ist, dass eine Veränderung auffallen kann. Dafür sind diese Schritte geplant:
- Zur Beta: Jede ausgelieferte Fassung lässt sich aus dem Quellcode genau gleich nachbauen, und ich veröffentliche ihre Prüfsummen.
- Zum öffentlichen Start: Der Code der App wird öffentlich einsehbar, und eine externe Sicherheitsprüfung von Verschlüsselung, Anmeldung und Abgleich erscheint mit Bericht.
- Später: Handy-Apps mit eingebautem Code. Dann liefert der Server nur noch verschlüsselte Daten, keinen Code mehr.
Was noch fehlt
Damit nichts schöner klingt, als es ist: Diese Punkte sind geplant, aber heute noch nicht da.
- Zwei-Faktor-Anmeldung (Code-App oder Passkey).
- Nachprüfbare Fassungen mit veröffentlichten Prüfsummen.
- Öffentlicher Quellcode der App.
- Die externe Sicherheitsprüfung. Vor dem öffentlichen Start ist sie Pflicht.
Die Bausteine in Kürze
Für alle, die es genau wissen wollen: DayBlock nutzt die geprüfte Bibliothek libsodium und keine selbst erfundene Kryptografie. Inhalte werden mit XChaCha20-Poly1305 verschlüsselt, jeder Datensatz mit einer neuen Zufallszahl und an seine ID gebunden, damit sich verschlüsselte Datensätze nicht vertauschen lassen. Die Anmeldung läuft über OPAQUE (RFC 9807) mit Argon2id. Aus dem Hauptschlüssel werden getrennte Unterschlüssel für Datensätze, den Speicher auf dem Gerät und feste IDs abgeleitet. Der Wiederherstellungsschlüssel besteht aus 256 Bit Zufall, geschrieben als 24 Wörter mit Prüfsumme gegen Vertipper.
Eine Schwachstelle gefunden?
Dann schreib mir bitte an hallo@dayblock.de mit dem Betreff „Sicherheit“. Beschreib, was du gefunden hast und wie es sich nachvollziehen lässt. Ich antworte, behebe die Lücke so schnell ich kann und nenne dich danach gern mit Namen, wenn du das möchtest. Bitte teste nur mit deinem eigenen Konto und greif nicht auf Daten anderer zu.
Wenn sich an der Sicherheit von DayBlock etwas Wichtiges ändert, ändere ich auch diesen Artikel. Das Datum oben zeigt, wann ich ihn zuletzt angepasst habe.
Häufige Fragen
Kann René meine Einträge lesen?
Nein. Einträge, Notizen, Tagebuch und Stimmung kommen beim Server nur verschlüsselt an. Den Schlüssel dazu haben nur deine Geräte.
Was passiert, wenn ich Passwort und Wiederherstellungsschlüssel verliere?
Dann sind deine Daten verloren. Niemand kann sie zurückholen – auch René nicht. Darum zeigt DayBlock die 24 Wörter bei der Registrierung und fragt sie zur Kontrolle ab.
Ist DayBlock schon extern geprüft?
Noch nicht. Eine externe Prüfung von Verschlüsselung, Anmeldung und Abgleich ist vor dem öffentlichen Start Pflicht; der Bericht wird veröffentlicht.